NOK – Einschränkungen bis 2028?
Die verkehrsgeografische Lage des Hamburger Hafens macht ihn zur Drehscheibe der Handels- und Verkehrsströme in Nordeuropa und ist ideal dazu geeignet, um „grüne“ Logistikketten zu knüpfen. Der Klimaschutz und die Entlastung des Transitlandes Deutschland von überflüssigen Lkw-Transporten sind Aspekte, die in der öffentlichen Diskussion um die Fahrrinnenanpassung viel zu kurz kommen. Rund ein Drittel des Hinterlandverkehrs des Hamburger Hafens wird mittels Feederschiff abgewickelt. Vom restlichen Ladungsanteil entfallen im Fernverkehr rund 70 Prozent der Transportmenge auf die ebenfalls umweltfreundliche Schiene. Diese eindrucksvollen Fakten können auch auf die bremischen Häfen übertragen werden.

Insbesondere die für Hamburg so wichtigen Feederverkehre leiden massiv unter den regelmäßig auftretenden reparaturbedingten Restriktionen und Schließungen des Nord-Ostsee-Kanals (NOK). Dabei ist er – noch vor dem Panama- und dem Suez-Kanal – die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Der NOK hat für die gesamte deutsche und nord-/osteuropäische Außenwirtschaft eine erhebliche Bedeutung.

Am Beispiel des NOK offenbart sich die fehlgeleitete Verkehrspolitik des Bundes in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Statt den umweltfreundlichsten Verkehrsweg Wasserstraße zu fördern und somit Verlagerungspotenzial zu generieren, verspielt die Politik diese große Chance und gefährdet damit Wohlstand und Arbeitsplätze. Denn es wird noch bis zum Jahr 2028 dauern, bis im NOK alle Bauvorhaben umgesetzt worden sind und der Kanal wieder seine volle Leistungsfähigkeit erhält.
   
Forderung:

Der VHSp fordert eine Überprüfung der Zeitabläufe der Ausbaumaßnahmen. Es erscheint uns unverständlich, dass der Bau des Kanals Ende des 19. Jahrhunderts nur acht Jahre in Anspruch genommen hat, aber die Reparatur- und Ausbaumaßnahmen heutzutage – mit modernster Technik – rund 18 Jahre dauern sollen. Auch Berichte, wonach fehlende Planungskapazitäten zu weiteren zeitlichen Verzögerungen führen sollen, offenbaren das verkehrspolitische Dilemma und beschleunigen den Verlust von Feederverkehren für den Hamburger Hafen. 

Das gesamte Positionspapier zum Download finden Sie
hier.




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