Ein Zollamt am Limit – Licht am Ende des Tunnels?
Als größter deutscher Hafen und einer der führenden Containerhäfen Europas hat der Hamburger Hafen eine überragende Bedeutung für den deutschen und europäischen Außenhandel. Für die Leistungsfähigkeit des Hamburger Hafens spielen verschiedene Logistikparameter eine Rolle. Von essenzieller Bedeutung für den Logistikstandort Hamburg ist dabei die Effizienz und Schnelligkeit der Zollabfertigung.

Das Hafenzollamt Waltershof verfügt aus Sicht des VHSp schon seit längerer Zeit nicht mehr über die erforderliche Personalausstattung, um alle anfallenden gesetzlichen Aufgaben im Hamburger Hafen schnell und effizient zu erfüllen. Die mangelhafte Personalausstattung wirkt sich immer dann besonders negativ auf die Vorprüf- und Freigabezeiten von Zollanmeldungen aus, wenn Feiertage oder Schulferien vor der Tür stehen. Die Weltbank veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen sog. "Logistics Performance Index“, der etwas über die Qualität der Logistikabwicklung in den Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern aussagen soll. In dem aktuellen Index 2016 belegt Deutschland erneut den ersten Platz. Mit zu diesem Erfolg hat u.a. die Leistungsfähigkeit des Zolls beigetragen. Der deutsche Zoll landete in der entsprechenden Kategorie auf dem zweiten Platz. Dem Index der Weltbank zufolge soll eine Zollabfertigung ohne eine physische Kontrolle in Deutschland innerhalb eines Tages abgeschlossen sein. Das mag im Bundesdurchschnitt zutreffend sein, aber an einem Zoll-Hotspot wie dem Hamburger Hafen sind das Fabelzeiten. Im Jahr 2016 betrugen die Vorprüf- und Freigabezeiten von Zollanmeldungen im Hamburger Hafen nicht selten drei bis vier Tage. Im Jahr 2017 haben sich diese in Spitzenzeiten bereits auf fünf bis sieben Tage  ausgeweitet. Ein unhaltbarer Zustand!

Aufgrund dieser extremen Abweichungen vom Bundesdurchschnitt hat sich der VHSp – gemeinsam mit dem Unternehmensverband Hafen Hamburg, der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten sowie dem Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg – im Frühjahr 2017 mit einem Schreiben an den Präsidenten der Generalzolldirektion (GZD) gewandt und auf die essenzielle Bedeutung einer schnellen und effizienten Zollabfertigung für den Logistikstandort Hamburg hingewiesen. In seinem Antwortschreiben hat der GZD-Präsident verschiedene Maßnahmen angekündigt, um schnellstmöglich eine Verbesserung der Zollabfertigungssituation im Hamburger Hafen erreichen zu wollen.
   
Forderung

Der VHSp begrüßt die Ankündigung der Generalzolldirektion und hofft, dass die Maßnahmen auch tatsächlich zu einer spürbaren Verbesserung führen werden. Das Ziel muss sein, dass  Zollabfertigungen in Hamburg mindestens genauso schnell und effizient vorgenommen werden können, wie es offenbar nach dem Index der Weltbank im Bundesdurchschnitt Standard ist.




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