DSLV zur Entscheidung der Verkehrsministerkonferenz

Logistik ist bei Emmissionsreduzierung auf Alternativen angewiesen

Berlin, 10. Oktober 2016. Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) sieht den dringenden Handlungsbedarf der Kommunen zur Reduzierung von Luftschadstoffen in urbanen Ballungsräumen und erkennt an, dass auch der Verkehr zur Verbesserung der Luftqualität beitragen muss. Eine wachsende Zahl von Logistikdienstleistern, die täglich Handel und Haushalte beliefern, erprobt bereits Alternativen zum Dieselfahrzeug. Das Engagement des Wirtschafts- und Lieferverkehrs wird derzeit aber noch zu sehr durch mangelnde Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit alternativer Technologien beschränkt.

Insofern ist es nach Auffassung des DSLV auch richtig, dass die Verkehrsministerkonferenz am 7. Oktober 2016 ihre Entscheidung zur Einführung von Fahrbeschränkungen und -verboten in Städten zunächst zurückgestellt hat. „Das Plakettensystem ist kein grundsätzlich falsches Instrument zur Senkung verkehrsinduzierter Schadstoffemissionen, solange Fahrzeuge mit den geringsten Emissionswerten privilegiert werden - und hierzu zählen heute auch noch dieselbetriebene Euro-V-Nutzfahrzeuge“, stellt DSLV-Präsident Mathias Krage fest. Schließlich sei die Emissionsdifferenz zu Euro-VI-Lieferfahrzeugen kaum messbar.

„Bis zur seriellen Fertigung alternativ angetriebener und bezahlbarer Fahrzeuge einschließlich flächendeckender Tank- und Ladeinfrastruktur kann das Dieselnutzfahrzeug nicht einfach und dogmatisch von heute auf morgen den Versorgungsprozessen von Handel und Bevölkerung entzogen werden“, mahnt Krage.

Ebenso wie die Kommunen erwarten die Speditionen dringend die richtigen und zukunftssicheren postfossilen Antriebstechnologien. Die Ratifizierung der Pariser Klimaschutzziele durch die EU verstärkt den Druck auf die Fahrzeugindustrie zusätzlich. Vor allem mit Hilfe des Einsatzes ausgereifter Technologien wird die Spedition in der urbanen und in der regionalen Logistik zur Schadstoffreduktion und zur Verkehrsdekarbonisierung beitragen können. „Es bedarf einer Technologie, mit der das Komplementärziel ‚Minderung von Luftschadstoffen und CO2-Emissionen‘ erreicht werden kann“, fordert der DSLV-Präsident. Gleichzeitig seien Inseltechnologien zu vermeiden.

Bei aller Not dürfen die Städte ihre Versorgungsadern nicht einfach abklemmen, indem sie den Wirtschaftsverkehr durch eine Blaue Plakette schlichtweg untersagen. Mit einem solchen Schritt würden die Kommunen zu ihrer eigenen Verödung beitragen. Maßnahmen und Konsequenzen müssten sorgfältig gegeneinander abgewogen werden, gibt Krage mit Blick auf die zukünftigen Überlegungen der Verkehrsminister zu bedenken. Daher sei es zu begrüßen, dass die Verkehrsminister der Länder auch die Bedeutung der Mobilitätssicherung betonen.



Der DSLV:

Der DSLV vertritt als Spitzenorganisation deutscher Speditions- und Logistikdienstleister eine der größten Branchen Deutschlands. Über seine 16 Landesverbände repräsentiert der Dachverband etwa 3.000 Betriebe mit mehr als 530.000 Beschäftigten.

Der DSLV ist kompetenter Ansprechpartner für Politik und Medien zu allen Fragen rund um die Themen der Spedition und der Güterlogistik mit allen Verkehrsträgern (Straße, Schiene, See- und Binnenschifffahrt sowie Luftfracht) einschließlich der Organisation, Bereitstellung, Steuerung, Optimierung und Sicherung von Prozessen der Güterströme entlang der Lieferkette.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christoph Sokolowski

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DSLV Deutscher Speditions- und Logistikverband e. V.
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Veröffentlicht
08:56:31 11.10.2016

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