DSLV zum Regierungsbeschluss über BSI-Kritis-Verordnung

IT-Sicherheit darf keine Einbahnstraße werden

Berlin, 31. Mai 2017

„Die heute vom Bundeskabinett beschlossene Erste Verordnung zur Änderung der BSI-Kritis-Verordnung schafft einen verbindlichen Rechtsrahmen für Maßnahmen zur IT-Sicherheit. Der zwischen den Bundesministerien des Innern (BMI) sowie für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hierzu über Monate ausgehandelte Kompromiss ist eine für die Logistikbranche tragfähige Lösung", kommentiert Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV), den Kabinettsbeschluss.

Der Forderung des DSLV nach allgemeinverbindlichen Definitionen für die heterogene Logistikbranche wurde größtenteils entsprochen. Anstelle spezifischer Regelungen für die einzelnen Teilmärkte des Sektors Transport und Verkehr wurden Schwellenwerte gefunden, bei deren Überschreiten die in der Kritis-Verordnung beschriebenen Maßnahmen gelten.

„Durch präzise Umsetzungsrichtlinien gilt es jetzt bei der Wirtschaft Akzeptanz für den bürokratischen Mehraufwand herzustellen“, mahnt Huster. Logistikdienstleister unterstützen digitale Prozesse durch kontinuierliche Implementierung aktuellster Standards und messen der Netzsicherheit deshalb aus eigenem Interesse einen hohen Stellenwert bei. Die von der Kritis-Verordnung erfassten Logistikunternehmen erfüllen bereits die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfohlenen Standards zur IT-Sicherheit. Sie müssen von zusätzlichen Auditierungsverfahren und der Einrichtung einer BSI-Kontaktstelle für IT-Sicherheit zukünftig auch profitieren.
„Die Meldepflicht betroffener Unternehmen darf deshalb keine Einbahnstraße werden", formuliert Huster weitere Forderungen. Die Wirtschaft erwartet im Gegenzug ein funktionierendes Frühwarnsystem als Teil der staatlichen Daseinsvorsorge. Die von betroffenen Logistikdienstleistern einzurichtenden Kontaktstellen sind auf die rechtzeitige Information der Sicherheitsbehörden angewiesen, um zur Eindämmung von flächendeckenden Cyberattacken und ihren Folgen beizutragen.
„Der DSLV begrüßt grundsätzlich jede Maßnahme, die tatsächlich geeignet ist, das Niveau der IT-Sicherheit in der Wirtschaft zu erhöhen. Die Erarbeitung weiterer nichtgesetzlicher Branchenstandards durch das BSI wird vom DSLV auch zukünftig konstruktiv begleitet“, so Huster abschließend.

Zur Umsetzung des bereits am 25. Juli 2015 in Kraft getretenen IT-Sicherheitsgesetzes verpflichtet die Kritis-Verordnung zukünftig auch Logistikbetriebe und Verkehrsunternehmen, die zur Versorgung der Bevölkerung nach gesetzlicher Definition als essentiell gelten und damit als „kritische Infrastrukturen“ klassifiziert werden, zur Meldung von Cyberattacken an das BSI. Zu den gesetzlichen Pflichten gehören die Einrichtung sogenannter Kontaktstellen und der Nachweis von IT-Mindestsicherheitsstandards durch Auditierungsverfahren.


Der DSLV vertritt als Spitzenorganisation die Speditions- und Logistikbranche sowie die Transportwirtschaft über alle Verkehrsträger hinweg (Straße, Schiene, See- und Binnenschifffahrt sowie Luftfracht), einschließlich der Organisation, Bereitstellung, Steuerung, Optimierung und Sicherung von Prozessen der Güterströme entlang der Lieferkette. Der DSLV repräsentiert über seine 16 Landesverbände etwa 3.000 Unternehmen mit mehr als 540.000 Beschäftigten.


Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Hasler

Leiter Politik und Kommunikation
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Veröffentlicht
13:32:03 31.05.2017

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