DSLV-Unternehmertag 2017: Spedition warnt vor Kapazitätsengpässen

Konjunktur wird zum Testfall für Versorgungssicherheit

Berlin, 20. November 2017

Die wachsende Transportnachfrage ist mit den vorhandenen Kapazitäten des Verkehrssektors nur noch unter größten Anstrengungen zu bewältigen. Darauf wies der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) auf seinem diesjährigen Unternehmertag am 16. und 17. November 2017 in Berlin hin. Das konjunkturbedingt rasant wachsende Sendungsvolumen und der kontinuierliche Anstieg von Ladungsmengen treffen auf ein eher stagnierendes Arbeitskräfteangebot.

„Der Spedition, aber auch ihren Kunden fehlen derzeit Fachkräfte auf vielen Qualifizierungsebenen. Spürbare Auswirkungen auf Lieferprozesse hat im Landverkehr vor allem der Fahrermangel“, erklärt DSLV-Präsident Mathias Krage derzeit ungewohnte Verzögerungen in der Logistik.

„Veränderte Beschaffungs- und Absatzstrukturen insbesondere des Online-Handels sowie das explodierende B2C-Geschäft entziehen dem Markt im Weihnachtsgeschäft zusätzlich enorme deutsche und ausländische Laderaumkapazitäten. Der wirtschaftliche Boom wird gerade zu einem Testfall für die Versorgungssicherheit", befürchtet Krage.

Verwerfungen gibt es auch in anderen Logistikteilmärkten. Zu massiven Problemen beim Ground-Handling sowie zu nicht mehr hinnehmbaren Wartezeiten anliefernder oder abholender Lkw kommt es derzeit beim Export und Import von Luftfracht am Flughafen Frankfurt. Grund hierfür sind der Qualitätsverfall in der Rampensteuerung und fehlendes Personal bei den Cargo Handling Agenten der Frachtfluggesellschaften. Verschärft wurde die Situation auch hier durch die in den letzten Monaten stark angestiegenen Frachtmengen.

„Zur Entschärfung der Situation kann eine verbesserte Verkehrssteuerung an den Be- und Entladerampen unserer Kunden und Logistikpartner zumindest beitragen."

Trotz erheblicher Anstrengungen der Logistikdienstleister, die bestehenden Defizite organisatorisch abzufedern, müssen Industrie und vor allem der Handel derzeit mit Verzögerungen bei der Zustellung von Sendungen rechnen. Leider bedarf es einmal mehr solcher Verwerfungen, damit das Bewusstsein für die Versorgungsleistung für Wirtschaft und Gesellschaft und damit für die Systemrelevanz der Logistik wächst.

„Das Mengenwachstum wird das angebots- und nachfrageseitige Marktgefüge im Speditionsgeschäft umkehren. Mitarbeiter-Recruiting und Kapazitätssicherung bekommen in allen Unternehmen eine andere Wettbewerbsdimension. Das kann nicht ohne Auswirkungen auf das Kosten- und Preisniveau in den Logistikmärkten bleiben", zeigt sich Krage überzeugt.
       
Der DSLV vertritt als Spitzenorganisation die Speditions- und Logistikbranche sowie die Transportwirtschaft über alle Verkehrsträger hinweg (Straße, Schiene, See- und Binnenschifffahrt sowie Luftfracht), einschließlich der Organisation, Bereitstellung, Steuerung, Optimierung und Sicherung von Prozessen der Güterströme entlang der Lieferkette. Der DSLV repräsentiert über seine 16 Landesverbände etwa 3.000 Unternehmen mit mehr als 550.000 Beschäftigten

Mit freundlichen Grüßen

Frank Huster

Hauptgeschäftsführer
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DSLV  Deutscher Speditions- und Logistikverband e. V.
Unter den Linden 24
| Friedrichstraße 155-156
10117 Berlin
Telefon: +49 (0)30   40 50 228-10
Telefax: +49 (0)30   40 50 228-915
E-Mail:    FHuster@dslv.spediteure.de
www.dslv.org
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Veröffentlicht
09:53:00 21.11.2017

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